Früher hieß es, dass das „Unterländer Volksfest“ (heuer das „Heilbronner Volksfest“) sei ein Sommer-Bierfest für die deutschen Unterschichten, die hier stationierten US-Soldaten und die ersten Gastarbeitern (aus Griechenland, Jugoslawien und Italien).
Volksfest heißt … Karussell, Zuckerwatte, Bratwurst, Lose kaufen für Nix oder billigen Tand … und gelegentlich einen Bierrausch genehmigen. Mit Giggerle.
Gelegentlich eine Schlägerei (damals - zwischen Soldaten und Gastarbeitern) im Rausch - und für jene, die noch Geld im Portemonnaie hatten, ein Spaziergang zu den Prostituerten. Eine Straße weiter.
Wer mit lieben Freundinnen, die durch Bier-Alkohol rallig werden, der kann nach dem zweiten oder dritten Maß mit der Freundin im Stehen am Neckar durch kräftiges Bumsen sich entlasten … die Polizei kann lustige Geschichten darüber erzählen …
Oder eine Zelle bei der Polizei, den Rausch auszuschlafen … oder im Krankenhaus nach der Schlägerei sich verarzten lassen … oder ins Gefängnis - damals gab es gelegentlich auch Tote auf dem Volksfest.
Edel dagegen … ohne Bezahlung natürlich für die Pseudo-Prominenten (aus der heimischen Politik, Wirtschaft und Verbänden), die sich einen Alkohol-Rausch mittels Heilbronner Bier (heute aus Hall) kostenlos servieren lassen - nur das Taxi nach daheim oder ins Puff mussten diese Promis selbst blechen.
Goethe hatte in seinem Faust I das Volksfest treffend beschrieben:
„Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet Groß und Klein;
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“
Klar, damals - um 1800 - gab es für das Volk nur Arbeit, Natur pur, die Lügen der Kirchen …
Goethe: „Die Kirche hat einen guten Magen,
Hat ganze Länder aufgefressen,
Und doch noch nie sich übergessen;
Die Kirch’ allein, meine lieben Frauen, Kann ungerechtes Gut verdauen.“
… derbes Theater auf den Märkten (statt Kino oder TV, die es noch nicht gab), Gesang und Musik nur real, Rausch mittels Alkohol … und viele, viele Kriege.
JDU
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