Die blamierten ZEIT, STERN und SPIEGEL
STERN ... "Mathias Döpfner: Die Radikalisierung des Axel-Springer-Chefs - Die Geschichte einer Radikalisierung Von allen guten Geistern verlassen? Der Wandel von Springer-Chef Mathias Döpfner vom Feingeist zum kruden Quer-Denker"
SPIEGEL, STERN, TAGESSPIEGEL, TAGESSCHAU, SÜDDEUTSCHE, öffentlich-rechtlichen Sender ... die linken Medienmacher in Deutschland ... machen Journalismus mit kruden Quellen und Lügen - auch mit kriminellen Methoden ...
siehe den Skandal über Hitler-Tagebücher im Stern (1983) ... widerliche und kriminelle Manipulation und Betrugsfall durch den Reporter Claas Relotius im SPIEGEL (2018) ... und die Ibiza-Affäre ist ein Skandal durch Kriminelle in Österreich und in Deutschland - dank von Spiegel und Süddeutsche und ihren üblen Verbrechern (2019) - linke deutscher Journalismus , die verdammt nach Stasi riecht - wie jetzt der Springer-Skandal durch die blamierte ZEIT ... siehe auch den klugen Artikel jetzt die Neue Züricher Zeitung ... hier …
Neue Züricher Zeitung_Thema des Tages:
Die «Zeit» hat sich blamiert
Von Marc Felix Serrao
Chefredaktor der NZZ in Deutschland
Die «Zeit» ist eine Zeitung, die nach eigener Auskunft jede Woche «starken Journalismus» produziert. Für viele Artikel stimmt das. Doch der Text, mit dem das Blatt aus Hamburg seit Tagen für den grössten Wirbel sorgt, zählt nicht dazu. Der über zwei Zeitungsseiten gehende Bericht über private Textnachrichten des Axel-Springer-Chefs Mathias Döpfner ist ein abschreckendes Beispiel. Es illustriert, wie Journalisten durch einen Mangel an Distanz und Differenziertheit zum Spielball ihrer Informanten werden können. Das Ergebnis ist ein einseitiges «hit piece» über einen angeblich «allmächtigen Verleger».
Bevor ich auf die Gründe eingehe, eine Vorbemerkung: Dieser Kommentar ist auch eine Antwort auf einen der verantwortlichen Journalisten. Holger Stark, der Leiter des Ressorts Investigative Recherche der «Zeit», hat mich am Sonntag in einer E-Mail gebeten, zu erklären, weshalb ich den Artikel von Cathrin Gilbert und ihm für unfairen und schlechten Journalismus halte; das hatte ich zuvor bei Twitter geschrieben. Als ich ihm antwortete, dass ich das öffentlich erklären würde, reagierte der Kollege angefasst. Seine Frage sei nicht «für das Schaufenster» gedacht gewesen.
Der Fall Döpfner ist auch ein Fall «Zeit»
Das fand ich erstaunlich und teilte ihm mit, dass es bei der öffentlichen Antwort bleibe: Was für Döpfners Nachrichten gelte, also das überragende öffentliche Interesse, das gelte bei dem Thema selbstverständlich auch für seine Nachrichten. Das «#Doepfnergate» – so formuliert es Holger Stark in den sozialen Netzwerken – ist, wenn, dann auch ein «Zeit»-Gate.
«Sein Bild»: So macht die Wochenzeitung auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe auf den Artikel über den Springer-Chef neugierig. In diesen zwei Wörtern steckt schon das Problem. Denn das Bild, das die Autoren vom Vorstandschef zeichnen, ist bestenfalls ein Bild. Oder anders: Es ist das Bild, das die Quelle der zugespielten Textnachrichten über Döpfner in die Welt setzen wollte. Und die «Zeit» hat sich instrumentalisieren lassen.
Grundlage des knapp 30 000 Zeichen langen Textes sind, wie es heisst, «interne Dokumente aus dem Springer-Haus», die durch «Gespräche mit Insidern und Beteiligten» ergänzt worden seien. Was nach einer umsichtigen Recherche klingt, entpuppt sich beim Lesen als Einweg-Kommunikation: Man lernt allein den Wortlaut von Döpfners privaten Textnachrichten kennen: über die FDP, die frühere Kanzlerin, die Ostdeutschen und so weiter.
Die Zitate kennt inzwischen wohl das halbe Land, sie liefen sogar in der «Tagesschau». Sie sind genauso fehlerhaft, unfertig, hämisch, nervös, larmoyant und politisch unvorsichtig wie die privaten Nachrichten fast aller Menschen, von ein paar sehr korrekten Ausnahmen abgesehen. Und sie zeigen natürlich nicht, was die «Zeit» grossspurig behauptet: «wie Springer-Chef Mathias Döpfner denkt». Dazu fehlt viel zu viel: der Austausch mit anderen Gesprächspartnern, Döpfners öffentliche Äusserungen, die teilweise im krassen Widerspruch zu den zitierten Schnipseln stehen. Vor allem fehlt der kritische Blick auf die Quelle dieser missglückten Geschichte.
Die Hälfte fehlt
Döpfner schreibt dieses, Döpfner schreibt jenes – aber was steht in den Nachrichten, die er selbst erhalten hat? Die «Zeit» schweigt dazu. Wer aber nur eine Seite eines Dialogs kennt, der kennt nur die halbe Wahrheit. Der Sinn einer Aussage, vor allem in der privaten Kommunikation, erschliesst sich erst im Kontext. Was ist ernst gemeint, was ironisch? Wo schaukeln sich zwei im Gespräch gegenseitig hoch? Wo macht einer versteckte Anspielungen, die nur das Gegenüber versteht? Wo übertreiben beide, vielleicht aus purer Lust an der Übertreibung?
Und: Ist derjenige, dessen Nachrichten die «Zeit»-Leser im Original kennenlernen, wirklich derjenige, der, wie behauptet wird, immerzu den Ton angibt? Nicht immer sind Verleger im Journalismus die tonangebenden Figuren. Es gibt auch sehr mächtige lohnabhängig Beschäftigte. Der Schweizer Publizist Frank A. Meyer ist ein Beispiel. Der deutsche Boulevardjournalist Julian Reichelt war ein zweites.
Der frühere «Bild»-Chefredaktor gilt als durchsetzungsstarker und gewiefter Stratege. Sein Name ist der einzige, der in der «Zeit» als Empfänger von Döpfners Nachrichten genannt wird.
Ist Reichelt die Hauptquelle des Artikels? Der Verdacht liegt nahe. Die «Zeit» schweigt dazu, was ihr gutes Recht ist. Doch der Quellenschutz rechtfertigt keine naive Berichterstattung. Er entbindet Journalisten nicht von der Pflicht, kritische Distanz zur Quelle zu wahren und eigene Wissenslücken zu benennen.
Die «Zeit» tut in diesem Fall weder das eine noch das andere. In ihrer Darstellung ist Döpfner einer, der mit Europas grösstem Boulevardblatt «Politik machte», der «Manifeste» verschickte und der Journalisten, allen voran seinem früheren Chefredaktor Reichelt, knallharte Anweisungen gab. Dem Geschassten, der Springer heute mit seinem eigenen, zusehends erfolgreichen Boulevard-Startup zusetzt, dürfte diese Darstellung ausgesprochen gut gefallen.
Mehr Bewunderer als Befehlsgeber
Dass die Wahrheit bei Springer komplizierter sein könnte, dass der CEO Döpfner, der mal in die Ukraine einmarschieren und mal kritische Berichte über die Trans-Lobby untersagen will, manche seiner vielen Überzeugungen, etwa zur Corona-Politik der früheren Bundesregierung, auch von seinem früheren Chefredaktor übernommen haben könnte und nicht umgekehrt, blenden die «Zeit»-Journalisten aus. In einer bereits vor eineinhalb Jahren veröffentlichten SMS soll Döpfner Reichelt einmal als «letzten und einzigen Journalisten in Deutschland» gelobt haben, der noch «gegen den neuen DDR Obrigkeits-Staat» aufbegehre. Das klang mehr nach Bewunderer als nach Befehlsgeber.
Wie einseitig die «Zeit» über Döpfner berichtet, fällt auch auf, wenn man sich anschaut, was ihre Autoren nicht für problematisch halten, etwa eine Nachricht der Gesellschafterin Friede Springer an den früheren «Bild»-Chefredaktor. Darin bittet diese den «lieben Julian», der «erfahrenen Bundeskanzlerin» Angela Merkel beim Umgang mit der Corona-Pandemie zu «helfen».
Ist das, also die Aufforderung, sich der Regierung als publizistische Schützenhilfe anzudienen, nicht viel problematischer als ein Verleger, der sich privat kritisch über den Mainstream und die Eliten des Landes äussert und Merkel für eine Fehlbesetzung hielt? Für die «Zeit» offenbar nicht. Aus Döpfners Kritik macht sie «Abscheu» und dichtet ihm an anderer Stelle eine «weit rechte» Gesinnung an – weil er angeblich lieber einen mit AfD-Stimmen (aber ohne eine AfD-Regierungsbeteiligung) gewählten FDP-Ministerpräsidenten in Thüringen gesehen hätte als einen Regierungschef vom linken Rand.
Die Wochenzeitung aus Hamburg, die nach eigenen Angaben «starken Journalismus» macht, hat selten so schwach ausgesehen.
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